Kommunikation

Die Digitalisierung verändert die öffentliche und interpersonale Kommunikation in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen. Die Forschung am DIID soll untersuchen, welche Wirkungen die digitale Kommunikation auf die Wahrnehmung gesellschaftlich relevanter Themen und Probleme hat, wie sie Einstellungen und Handeln von Bürgerinnen und Bürgern und politischen Akteuren beeinflusst und welche Risiken und Gefahren mit Extremismus, Populismus und staatlichen Eingriffen verbunden sind. Angesichts ihres ambivalenten Potenzials sollen digitale Kommunikationsangebote entwickelt werden, die Vertrauen in die Demokratie und ihre Institutionen aufrechterhalten und fördern.

  • Automatisierte Analyse von Online-Kommunikation

  • Deviante politische Online-Kommunikation

  • Konflikte und Vertrauensbildung in Online-Deliberationsprozessen

  • Selbstorganisierende Kommunikationsplattformen

Automatisierte Analyse von Online-Kommunikation

Techniken für die automatisierte Inhaltsanalyse von Textbeiträgen und die Identifikation von Argumentstrukturen, subjektiven Bewertungen und Emotionen.

  • Wie lassen sich Texte mit Clustering- und Klassifikationsverfahren in thematische Gruppen einteilen und inhaltliche Schwerpunkte erkennen?
  • Wie können expressive Äußerungen (Sentiment Analysis) und subjektive Bewertungen (Opinion-Mining) von begründeten Argumenten (Argument Mining) unterschieden werden?
  • Wie können die Probleme mit defekter Grammatik und Orthographie gelöst werden?
  • Wie kann das Design von Eingabeformaten in Online-Partizipationsverfahren die automatisierte Analyse von Texten erleichtern?

Deviante politische Online-Kommunikation

Extremistische und terroristische Kommunikationsstrategien, hybride Kriegsführung und Online-Kommunikation krimineller Organisationen.

  • Welche Voraussetzungen, Strukturen und Folgen hat politische Online-Kommunikation jenseits der Normalität?
  • Wie werden die Potentiale der Online-Medien durch politische Akteure für deviante Kommunikation genutzt?
  • Welche Typologien und Theorieansätze für deviante politische Online-Kommunikation können entwickelt werden?
  • Wie kann die Offenheit von Online-Kommunikation gegen einen antidemokratischen Missbrauch geschützt werden?

Konflikte und Vertrauensbildung in Online-Deliberationsprozessen

Soziale, gesellschaftliche und institutionelle Bedingungen der Bildung politischen Vertrauens in konfliktueller Online-Deliberation.

  • Welchen Beitrag kann konfliktuelle Online-Deliberation in einer pluralistischen Gesellschaft zur Bildung von Vertrauen in die Geltung demokratischer Kernnormen leisten?
  • Was sind soziale Mechanismen der politischen Vertrauensbildung in konfliktueller Online-Deliberation und unter welchen Bedingungen werden diese Mechanismen wirksam?
  • Welchen besonderen Risiken einer Eskalationsdynamik unterliegen kontroverse Debatten in den verschiedenen Kontexten der Online-Kommunikation?
  • Welchen Einfluss haben soziale Einbettung und Institutionendesign von Online-Deliberation auf Konfliktverläufe und ihre Auswirkungen auf Vertrauen?

Selbstorganisierende Kommunikationsplattformen

Technische Grundlagen für sichere und robuste Kommunikationssysteme in dezentralen Peer-to-Peer-Netzwerken unter prekären Bedingungen.

  • Wie lassen sich Kommunikationsplattformen umsetzen, die nicht durch Externe oder Anbieter zensierbar, ausschaltbar oder beeinflussbar sind?
  • Wie können dezentrale Netzwerke aufgebaut werden, die eine spontane lokale Vernetzung von Teilnehmern in Gegenden ohne Internetanbindung erlauben?
  • Wie können ohne Internetanbindung in kurzer Zeit Informationen ausgetauscht und verzögerungstolerant zugestellt werden?
  • Wie kann die Sicherheit, Robustheit und Qualität von Routing- und Speicherdiensten in stark partitionierten Netzen mit unzuverlässigen und heterogenen Teilnehmern gewährleistet werden?

Prof. Dr. Stefan Conrad

Informatik

Prof. Dr. Stefan Conrad leitet seit 2002 den Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme am Institut für Informatik. Seit 2015 ist er Mitglied des Senats der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

In seiner Forschung arbeitet er an Fragestellungen der Analyse großer Datenbestände, insbesondere im Image Retrieval, in der Analyse von Zeitreihen, im Clustering sowie im Text Mining. Er kooperiert seit vielen Jahren mit Praxispartnern, insbesondere in mehreren BMWi-geförderten ZIM-Projekten zum Opinion Mining, zur Extraktion für Benutzer wichtiger Produktmerkmale und zur automatisierten Textzusammenfassung. Am DIID gilt sein Interesse der Erforschung von Techniken für automatisierte Themenerkennung und Inhaltsanalysen von Textbeiträgen sowie der Identifikation von Argumentstrukturen, subjektiven Bewertungen und Emotionen.

Kontakt

0211 / 81-14088
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Gebäude 25.12, Etage 02, Raum 24

Prof. Dr. Gerhard Vowe

Kommunikationswissenschaft

Prof. Dr. Gerhard Vowe ist seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls I für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er ist seit 2011 Sprecher der DFG-Forschergruppe „Politische Kommunikation in der Online-Welt“.

Seine Forschungsinteressen umfassen unter anderem politische Online-Kommunikation, Medienpolitik und Sicherheit in den Medien. Im Rahmen des DIID gilt sein Interesse vor allem devianten Formen politischer Kommunikation in Online-Kontexten.

 

Kontakt

0211 / 81-11540
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Gebäude 23.32, Ebene 05, Raum 21

Jun.-Prof. Dr. Ulf Tranow

Soziologie

Jun.-Prof. Dr. Ulf Tranow ist seit Januar 2013 Juniorprofessor für Soziologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Seine Forschungsinteressen umfassen unter anderem soziologische Handlungstheorien, soziale Mechanismen der normativen Integration sowie Kollektivgutprobleme und ihre Lösungen. Im Rahmen des DIID gilt sein Interesse den sozialen, gesellschaftlichen und institutionellen Bedingungen für die Bildung politischen Vertrauens in konfliktreichen Online-Deliberationsprozessen.

Kontakt

0211 / 81-15269
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Gebäude 23.31, Ebene 05, Raum 29

Jun.-Prof. Dr.-Ing. Kálmán Graffi

Informatik

Jun.-Prof. Dr.-Ing. Kálmán Graffi ist seit 2012 Juniorprofessor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und leitet die Arbeitsgruppe „Technik sozialer Netzwerke“ am Institut für Informatik.

Seine Forschung umfasst dabei die Untersuchung von neuen sozialen Interaktionsmöglichkeiten über das Internet sowie neue Mechanismen und Protokolle für hochskalierbare und sichere verteilte Systeme. Am DIID gilt sein Interesse den technische Grundlagen für sichere und robuste Kommunikationssysteme in dezentralen Peer-to-Peer-Netzwerken unter prekären Bedingungen.

Kontakt

0211 / 81-11692
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Gebäude 25.12, Etage 02, Raum 42