DGPuK Workshop “Konfliktkommunikation 2.0”

Am 02.05.2022 fand der vom Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie organisierte Workshop “Konfliktkommunikation 2.0” im Rahmen der DGPuK 2022 statt.

In den Räumlichkeiten der Werft01 in der Reisholzer Werftstraße tauschten die Forscher:innen Ideen zu Theorie, Methodik und interdisziplinäre Ansätze zur Beforschung von Konfliktkommunikation 2.0 aus und skizzierten Ansatzpunkte für ein Forschungsprogramm zur Analyse von Kommunikation im Rahmen von Konflikten.

Nach einer Begrüßung durch die Sprecherin des DIID Prof. Dr. Christiane Eilders führte Dr. Anna Soßdorf durch den Tag. Als Erstes auf der Agenda stand eine kurze Sammlung der Erwartungen und Ansprüche der Teilnehmenden an den Workshop. Hier wurden bereits einige Fragen aufgeworfen, beispielsweise der Zusammenhang von Konflikten und Ritualität oder ob Kooperation eine Bedingung für Konflikte ist, die im weiteren Verlauf des Workshops vertieft wurden.
Im Anschluss wurde sich in Arbeitsgruppen, mit den theoretischen Grundlagen des Forschungsprogramms, den anwendbaren methodischen Ansätzen und der Frage nach Interdisziplinarität, befasst.

In der Teilgruppe zu Theorien wurde vor allem die agonistische Perspektive nach Mouffe als Ausgangspunkt diskutiert. Grundlegend basiert der Ansatz auf einer Konzeptualisierung von politischen Handlungen als gekennzeichnet von Konflikten. Entsprechend sind Antagonismus und Feindbilder Kernbestandteil von Politik. Durch entsprechende Regeln, Prozeduren und diskursive Prozesse kann der Antagonismus in einen Agonismus umgewandelt werden, in dem politische Gegner:innen nicht mehr als Feinde, sondern als legitime Gegenspieler behandelt werden. Weiter wurde über die Sichtbarkeit von Diskursen in Zeiten von Pay-Walls und Filterblasen sowie die Bildung von individueller und von Gruppenidentität durch Konflikte gesprochen. Alles in allem wurde sich nicht auf eine theoretische Grundlage festgelegt. Jedoch war man sich einig, dass die agonistische Theorie einen guten Ausgangspunkt für weitere Überlegungen darstellen kann. Gleichzeitig müsse diese Grundlage durch weitere theoretische Ansätze erweitert werden.

Die Teilgruppe zu Methoden sprach über verschiedene Ebenen von Konflikten, den Zugang zu Datenquellen und potenzielle Forschungsdesigns. So lassen sich Konflikte aus einer Media Perspektiven, aus Perspektive kollektive Akteure oder aus individueller Perspektive analysieren. Je nach Ausgangspunkt muss ein anderer methodischer Ansatz gewählt werden.
Im Bezug auf Datenquellen sprachen die Forscher:innen über die Unterschiede in der Zugänglichkeit von Daten auf verschiedenen Plattformen. Neben der Beschränkung auf eine Plattform könnte der grundlegende Datenzugang durch Praxiskooperation mit privaten oder öffentlich-rechtlichen Anbietern oder mit diversen Vereinen verbessert werden.
Im Bezug auf das Forschungsdesign konnte man nur wenige Aussagen treffen, solange keine konkrete Forschungsfrage, bzw. kein theoretisches Fundament besteht. Man war sich abschließend jedoch einig, dass ein Methodenmix und eine Kooperation mit anderen Disziplinen den Königsweg darstellt, was uns zur letzten Teilgruppe, die sich mit Interdisziplinarität befasst.

Grundlegend wurde über verschiedene Ansätze im Bezug auf Interdisziplinarität diskutiert. Dabei war man sich einig, dass das vorliegende Projekt einen integrativ interdisziplinären Ansatz verfolgen sollte, bei dem eine gemeinsame Perspektive und Vision erarbeitet wird und Theorien und Methoden aus den verschiedenen Bereichen kombiniert werden. Dabei ist man sich den grundlegend verschiedenen Perspektiven und dem sich daraus ergebenden Problem bewusst.

Alles in allem war man sich am Ende der Diskussionen einig, dass noch ein weiter Weg besteht, bis ein konkretes Forschungsprogramm besteht. Nichtsdestotrotz wurde deutlich, dass der Grundstein für ein ergiebiges Forschungsprogramm gelegt wurde, der nun durch weitere Aktivitäten im Nachgang zum Workshop ergänzt werden soll.

Das DIID-Team bedankt sich bei allen Teilnehmer:innen für die spannenden Diskussionen.