Wirkungen und Einflussfaktoren kommunaler Online-Partizipation in vergleichender Perspektive

Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht die empirische Erforschung der Wirkungen von kommunalen Online-Partizipationsverfahren sowie der Identifikation dafür relevanter Einflussfaktoren. Dafür werden im Rahmen einer vergleichenden Fallstudie in den drei nordrhein-westfälischen Kommunen Bonn, Köln und Moers Online-Beteiligungsverfahren zum Thema „Sicherheit im Fahrradverkehr“ durchgeführt.

Dabei wird den beteiligten Kommunen in Zusammenarbeit mit einem entsprechenden Dienstleister eine Online-Plattform zur Verortung, Kommentierung und Abstimmung von radverkehrsrelevanten Problemstellen in der Kommune bereitgestellt. Die Wirkungen dieser Beteiligungsverfahren, insbesondere mit Blick auf die Qualität und Legitimität der dadurch produzierten Ergebnisse, sollen mit Hilfe quantitativer sowie qualitativer Verfahren empirisch untersucht werden. Dabei kommen unter anderem Befragungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmern und bevölkerungsrepräsentative Umfragen in den betroffenen Gemeinden zum Einsatz.

Die wesentliche Erweiterung vorhandener Untersuchungen besteht dabei im vergleichenden Forschungsdesign mit einem weitgehend standardisierten Beteiligungsinstrument, wodurch ermöglicht werden soll, auf empirischer Basis die Effekte solcher Partizipationsprozesse wissenschaftlich valide zu bestimmen. Dies geschieht auf drei Ebenen:

  1. durch den Vergleich von Personen, die sich am Online-Verfahren beteiligt haben, mit solchen, die diesem fern geblieben sind,
  2. durch den Vergleich der Online-Verfahren mit Offline-Beteiligungsverfahren, und
  3. durch den Vergleich in zeitlicher Perspektive.
Forschungsmethodik: Die in unterbrochenen Linien umrahmten Elemente stellen methodische Erweiterungen bisheriger Untersuchungen dar. Gelbe Pfeile illustrieren daraus resultierende Vergleichsmöglichkeiten.

Insgesamt wird dadurch ein wichtiger Beitrag zu einer Theorie politischer Online-Partizipation geleistet. Die Relevanz des Vorhabens beschränkt sich aber nicht auf die Wissenschaft, sondern erstreckt sich auch auf das zielgerichtete Design von Partizipationsverfahren in der Praxis.

Das Pilotprojekt wird für insgesamt 24 Monate durch den Strategischen Forschungsfonds der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf finanziert. Aufbauend auf den bisherigen Arbeiten des Antragsstellers zur Evaluation von politischer Partizipation über das Internet, sollen in dem Projekt zunächst ein Analyserahmen und geeignete Erhebungsinstrumente erarbeitet werden. Einen ersten Einblick dazu bietet diese Visualisierung (Herzlichen Dank an Julia Zejn)

Eine grafische Visualisierung der Überlegungen zu einem Analyserahmen zur Evaluation von Online-Partizipationsprozessen (Copyright: Julia Zejn)

Anschließend wird die praktische Durchführung mehrerer Beteiligungsverfahren zum Thema Radsicherheit in drei Kommunen (Bonn, Köln und Moers) erprobt und die Datenerhebungsmethoden und Analyseverfahren getestet. Übergeordnetes Ziel ist die Formulierung eines DFG-Antrages zur Förderung eines Forschungsprojektes, in dem in weiteren Kommunen Beteiligungsverfahren durchgeführt werden. Dies soll neben der Erforschung der Wirkungen auch die Identifizierung von Bestimmungsfaktoren dieser Effekte ermöglichen.