D-BAS – Dialogbasiertes Argumentationssystem

Das Internet bietet im Rahmen von Online-Partizipation die Möglichkeit, dass alle von einer Entscheidung betroffenen Menschen an der Ausarbeitung dieser Entscheidung mitwirken können. Ein grundlegendes Element von Online-Partizipation ist dabei die Diskussion zwischen den Teilnehmern. Bisherige Ansätze für die technische Unterstützung dieser Art von Diskussion lassen sich in Foren, Pro/Kontra-Listen sowie Argumentationskarten untergliedern. Diese bekannten Ansätze haben sich im Praxiseinsatz jedoch regelmäßig als problematisch erwiesen.

Foren und Pro/Kontra-Listen sind für große Teilnehmerzahlen problematisch, da die Anzahl der Beiträge mit der Anzahl der Teilnehmer skaliert. Darüber hinaus werden die Beiträge nicht systematisch zueinander in Bezug gesetzt. Ansätze auf Basis von Argumentationskarten vermeiden diese Probleme durch eine strukturierte Repräsentation von Argumenten. Allerdings sind diese Ansätze für ungeschulte Benutzer bisher nicht zugänglich, da sie umfassende Vorkenntnisse erfordern.

Daher ist die Idee, Teilnehmer einer Online-Diskussion miteinander in einen zeitversetzten Dialog treten zu lassen. Dabei kann die Teilnehmerin oder der Teilnehmer eine Position beziehen und Argumente vorbringen. Sie bzw. er wird dann Schritt für Schritt mit jeweils einem ausgewählten Argument der anderen Teilnehmer konfrontiert und kann darauf reagieren (Zustimmung, Ablehnung, Gegenargument, Korrektur des ausgewählten Arguments, etc.). Die Reaktionen der Teilnehmer dienen anschließend als Grundlagen für die Auswahl von Argumenten mit denen die zukünftigen Teilnehmer konfrontiert werden.

Diese Idee wurde in der Webanwendung D-BAS (Dialogbasiertes Argumentationssystem) umgesetzt und wird von Tobias Krauthoff (Informatik) und Christian Meter (Informatik) entwickelt. Unter https://dbas.cs.uni-duesseldorf.de kann der aktuelle Prototyp eingesehen und getestet werden.

Im Frühjahr 2017 wird D-BAS in einem großräumigen Feldversuch getestet und evaluiert werden.